Grundlagen des HGB verstehen
Das Handelsgesetzbuch ist die Basis für die Rechnungslegung in Deutschland. Wir erklären die wichtigsten Konzepte verständlich.
Mehr lesenNicht alle Unternehmen müssen die gleichen Regeln befolgen. Ein Überblick über Größenklassen und deren Anforderungen.
Das deutsche Bilanzrecht ist nicht einheitlich. Je nach Unternehmensgröße unterscheiden sich die Anforderungen erheblich. Manche kleine Unternehmen müssen überhaupt keine Bilanz erstellen, während größere Betriebe detaillierte Jahresabschlüsse veröffentlichen müssen.
Diese Unterschiede sind kein Zufall — sie basieren auf dem Gedanken, kleine Betriebe nicht unnötig zu belasten, während größere Unternehmen transparenter sein sollten. Das Handelsgesetzbuch (HGB) definiert klare Grenzen, wann welche Regeln gelten. Wir zeigen dir, wo dein Unternehmen einzuordnen ist und was das konkret bedeutet.
Das Handelsgesetzbuch teilt Unternehmen in drei Kategorien ein. Die Einteilung erfolgt nach Bilanzsumme, Umsatzerlösen und Arbeitnehmerzahl. Keine dieser Größen muss allein überschritten werden — es genügt, wenn zwei der drei Grenzen erreicht werden.
Bilanzsumme max. 6 Mio. , Umsatz max. 12 Mio. , max. 50 Mitarbeiter. Sie dürfen Bilanz und G&V vereinfacht darstellen.
Bilanzsumme max. 20 Mio. , Umsatz max. 40 Mio. , max. 250 Mitarbeiter. Detailliertere Anforderungen, aber noch erleichterungen.
Alle Grenzen überschritten. Vollständige Rechnungslegung, erweiterte Offenlegungspflichten, teilweise Prüfungspflicht.
Es gibt Kategorien von Unternehmen, die gar nicht bilanzkenntnisse benötigen. Einzelunternehmer und Freiberufler können oft Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) statt Bilanz machen — wenn ihre Betriebseinnahmen unter 600.000 und Betriebsvermögen unter 600.000 liegen. Das vereinfacht vieles erheblich.
Auch Kleingewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, können die Vereinfachung nutzen. Wichtig: Diese Befreiungen sind keine permanente Lösung. Wächst dein Unternehmen, musst du irgendwann zur regulären Bilanzierung übergehen. Es’s besser, sich frühzeitig vorzubereiten als überrascht zu werden.
Alle Geschäftsvorfälle müssen dokumentiert werden. Das geschieht über die Buchhaltung. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 6 Jahre — nicht 10 Jahre wie oft gedacht.
Du musst zwischen aktivierbaren und nicht-aktivierbaren Positionen unterscheiden. Nicht alles darf in die Bilanz — es gibt klare Regeln, was rein darf.
Anlage- und Umlaufvermögen haben unterschiedliche Bewertungsregeln. Anlagevermögen wird abgeschrieben, Umlaufvermögen wird bewertet nach Niederstwertprinzip.
Kleine Unternehmen müssen ihre Bilanz nicht veröffentlichen. Mittlere und große Unternehmen müssen zum Handelsregister oder Bundesanzeiger einreichen.
Nur große Kapitalgesellschaften und größere Personengesellschaften benötigen eine externe Prüfung. Kleine und mittlere Unternehmen sind oft befreit.
Kleine Unternehmen dürfen Anhang und Lagebericht auslassen. Größere müssen erläutern, wie die Zahlen entstanden sind und wie’s dem Unternehmen geht.
Bestimme zuerst, in welche Kategorie dein Unternehmen fällt. Schau dir die drei Grenzen an und überlege, wo du stehst. Das ist der Schlüssel zu allem anderen.
Führe von Tag eins an gute Aufzeichnungen. Es’s viel einfacher, ordentlich zu starten, als später alles zu rekonstruieren. Ein einfaches System ist besser als gar keins.
Bevor dein Unternehmen wächst, hole dir fachliche Unterstützung. Ein guter Steuerberater spart dir später Zeit und Geld — und hilft bei der korrekten Bilanzierung.
Wenn dein Unternehmen wächst, ändern sich die Anforderungen. Bereite dich vor, wenn du in die nächste Größenklasse rutschst. Das gibt dir Zeit zur Anpassung.
“Das Handelsgesetzbuch unterscheidet Unternehmen nach Größe — nicht weil es gemein sein will, sondern weil Gerechtigkeit auch bedeutet, dass große Betriebe anders kontrolliert werden als kleine. Die Regeln passen sich an deine Situation an.”
Die gute Nachricht: Du brauchst nicht alle Regeln zu kennen. Du brauchst nur deine. Finde heraus, in welche Kategorie dein Unternehmen fällt, und konzentriere dich auf die relevanten Anforderungen. Das macht alles überschaubarer.
Kleine Unternehmen haben Glück — die Regeln sind tatsächlich einfacher. Aber auch hier gilt: Saubere Dokumentation und zeitige professionelle Beratung zahlen sich aus. Wenn dein Unternehmen wächst, werde einfach rechtzeitig aktiv. So bleibst du immer auf der sicheren Seite.
Dieser Artikel bietet Informationen zu Bilanzierungspflichten und dem deutschen Rechnungslegungsrecht. Die hier dargestellten Inhalte sind zu Bildungszwecken gedacht und ersetzen keine professionelle Steuer- oder Rechtsberatung. Die Gesetze und Bestimmungen ändern sich, und jede Unternehmenssituation ist unterschiedlich. Konsultiere einen Steuerberater oder Rechtsanwalt, bevor du wichtige Entscheidungen zur Bilanzierung deines Unternehmens triffst. Wir übernehmen keine Haftung für Fehler oder Auslassungen in diesem Text.